Wie viel Macht haben andere Menschen über uns?

2016-04-10 10.04.22

Ihr Lieben,

wenn Euer Partner, Eure Kinder, Euer Chef, Eure Nachbarn etwas zu Euch oder über Euch sagen, beeinflusst das Euer Denken und Fühlen und damit auch Euer Handeln mehr als Ihr vielleicht glaubt.

Wir sind zwar der Meinung, dass wir selbständige und unabhängige Menschen sind, doch können wir uns der Einflussnahme anderer gar nicht entziehen. Besonders, wenn es sich um negative Einflüsse handelt, wie zum Beispiel Zweifel, Ängste, Sorgen oder Ausgeschlossen sein. Wir tun alles, um akzeptiert, geliebt und angenommen zu sein. Zeigt uns ein Mensch, dessen Meinung uns wichtig ist, dass er mit etwas, was wir vorhaben oder was wir tun, nicht einverstanden ist, so nimmt er damit unwillkürlich Einfluss auf uns.

Wir mögen zwar deshalb unser Handeln nicht verändern, denken aber über den Einwand unseres Gegenübers nach. Dann ist es möglich, dass wir selbst Zweifel bekommen, dass unser zuvor zielgerichtetes Handeln ins Stocken gerät. Vielleicht werden wir unkonzentriert, weil die Worte noch in unserem Kopf nachhallen. Oder wir verstricken uns in eine Argumentation und wollen dem Anderen beweisen, dass er Unrecht hat. Auch das stört unsere Energie und verhindert, dass wir ganz und gar mit vollem Herzen bei dem sind, was wir tun.

Oftmals kann es nur eine kleine, unbedachte Bemerkung sein, die etwas in uns auslöst, was uns entweder Antrieb gibt, zum Beispiel, wenn wir für etwas gelobt werden oder was uns bremst, wenn es sich um eine abfällige Bemerkung über unsere Person handelt.

Worte können mitten ins Herz treffen und unsere Energie stärken oder schwächen. Wir können uns dem nicht entziehen. Das liegt daran, dass wir Menschen sind und schon von Anbeginn in Gemeinschaften leben. Es war überlebenswichtig, Teil dieser Gemeinschaft zu sein. War man davon ausgeschlossen, hatte man nur wenig Chancen, allein durch zu kommen. Diese Angst, nicht dazu zu gehören, sitzt tief in unseren Zellen und macht uns manipulierbar. Wenn wir keine Angst hätten, von anderen kritisiert zu werden (und damit unseren Platz in der Gemeinschaft zu verlieren), dann würden wir viel freier handeln. Es wäre uns egal, was andere meinen und denken.

In uns geschieht unbewusst eine Kettenreaktion. Wir werden kritisiert und werden bei dem, was wir tun, unterbrochen. Unsere Aufmerksamkeit geht zu dem, was wir gesagt bekommen und wir wägen die Argumente ab. Die Kritik hinterlässt uns mit gedämpfter Energie, selbst wenn wir beschließen, weiter das zu tun, was wir vorhatten. Erhalten wir mehrere negative Meinungsäußerungen von anderen Menschen zu derselben Sache, kann dies unser Handeln zum Stillstand bringen. Selbst wenn wir weiter machen, behalten wir den Kritikpunkt im Hinterkopf. Tritt zu einem späteren Zeitpunkt nochmals ein Mensch an uns heran und missbilligt unser Tun, suggeriert uns unser Unterbewusstsein, dass wir alarmiert sein müssen, weil die Chance, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden, damit wächst.

Die Geschichte hat es gezeigt, dass die Menschen, die unbeirrt ihren Weg weiter gegangen sind, am Ende auch ihr Ziel erreicht haben. Indem wir Kritik als das sehen was sie ist: die Angst des anderen, können wir ihr anders begegnen. Der andere Mensch steckt ja nicht in unserer Haut, er hat nicht unsere Erfahrungen gemacht, sondern sieht unser Handeln aus seiner Perspektive, quasi durch seinen eigenen Filter. Wenn er besonders besorgt oder ängstlich ist, muss er unser Verhalten kritisieren, weil er sich sonst seinen eigenen Ängsten stellen müsste.

Indem wir uns bewusst sind, wie sehr andere Menschen Einfluss auf uns nehmen, können wir entscheiden, wie viel davon wir wirklich annehmen möchten. Indem wir die Kritik zurück weisen und uns auch emotional distanzieren, nehmen wir die negative Energie nicht an, sondern lassen sie bei dem, der sie aussendet.

Je mehr wir entscheiden, unseren eigenen Weg zu verfolgen, unabhängig davon, was andere glauben und meinen, desto mehr stärken wir uns selbst und geben uns selbst den Rückhalt, den wir brauchen, um ans Ziel zu gelangen.

Eure Ashanar

 

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